Mehr als nur Lohnfertigung - Anwenderreportage mit Resca
Rettifiche Resca, ein Unternehmen aus dem Raum Bologna, wurde 1973 als Lohnfertiger ins Leben gerufen. Aus der Werkstatt für das Schleifen von Verzahnungen entwickelte sich bis heute ein hochspezialisiertes Unternehmen, das den gesamten Zyklus von der Analyse bis zum Endprodukt begleitet. Verzahnungszentren von KAPP NILES spielen hierbei eine führende Rolle.
Holzheid von Bitek.
Gern öffnet Michele Resca die Werkstore für Besucher und präsentiert seinen Maschinenpark. Er versteht sich als Vorreiter, ständig auf der Suche nach neuen Verfahren und Technologien, um Produktivität und Qualität gleichermaßen zu erhöhen. „Unsere Kunden erwarten, dass wir rund 10-20 % günstiger produzieren als sie es selbst können“, beschreibt er die harten Anforderungen des Marktes. Der Kostendruck ist zwar nicht wegzudiskutieren, aber Michele Resca und sein Bruder Alessandro wollten nicht auf Sparmaßnahmen setzen, die mittelfristig wahrscheinlich die Qualität gefährden würden. Sie beschlossen, mit höherer Fertigungstiefe, erweiterten Lösungen und vor allem mit neuen Fertigungsmethoden ihre Marktposition zu behaupten und auszubauen. Auf der Suche nach leistungsfähigen Partnern stießen sie auf KAPP NILES beziehungsweise die italienische Tochtergesellschaft Bitek.
Herausforderung Hartfeinbearbeitung: Kosten senken und Qualität steigern
„KAPP NILES ist mir schon vor zwanzig Jahren als innovativer Hersteller aufgefallen“, erinnert sich Resca. „Die erste Maschine habe ich auf der EMO 2003 in Paris gesehen. Das war eine KX 300, noch mit abrichtfreien CBN-Werkzeugen für diskontinuierliches Profilschleifen. Das hat mich neugierig gemacht.“ Resca wollte damals die Qualität seiner Produkte verbessern, speziell Verzahnungen mit Moduln von 4 - 6 mm: „Da stieß ich mit meinen Maschinen an Grenzen, insbesondere bei Schrägverzahnungen.“ So erwarb Resca im Jahr 2005 eine KX 300 P, eine zweite kam etwas später dazu. Diese Maschine ermöglichte neben dem Profilschleifen mit CBN-Werkzeugen jetzt auch kontinuierliches Wälzschleifen mit abrichtbaren Werkzeugen. Diese Technologie war damals für KAPP NILES noch neu, aber Michele Resca war von ihr überzeugt. „Resca war die erste Firma in Italien, die eine KAPP NILES Wälzschleifmaschine mit abrichtbaren Werkzeugen eingesetzt hat. Diese Referenz war sehr hilfreich und hat potenziellen Interessenten die Kaufentscheidung für solche Maschinen erleichtert, da man sich bei einem Besuch von der Produktivität und Qualität unter realen Produktionsbedingungen überzeugen konnte“, bestätigt Frank Holzheid. Er ist Manager Sales & Service bei der italienischen KAPP NILES Tochter Bitek. Mit der KX 300 P kann Resca Werkstücke bis zu einem Durchmesser von 350 mm bearbeiten. Abrichtbares Wälzschleifen ist bis zu Modul 8 mm, Profilschleifen bis zu Modul 10 mm möglich.
Zwei weitere Maschinen kamen dazu: eine KX 500 FLEX für Werkstückdurchmesser bis 500 mm. Sie erlaubt abrichtbares Wälzschleifen bis Modul 8 mm, Profilschleifen sogar bis Modul 12 mm. Die vierte Maschine ist eine KX 260 TWIN. Dank des Doppelspindelkonzepts benötigt sie praktisch keine zusätzlichen Belade- und Entladezeiten – ein wichtiger Punkt für den Lohnfertiger, weil die Nebenzeiten produktiv genutzt werden.
Alle vier Maschinen sind mit Roboterzellen ausgestattet, die sowohl Zahnräder als auch wellenförmige Werkstücke handhaben können. So ist er in der Lage seine Fertigung auch nachts und am Wochenende ohne Personal weiterlaufen zu lassen. Dazu Resca: „Die Automatisierung ist für uns wichtig. Bei den Maschinen von Kapp Niles läuft das ohne Probleme. Das ist bei anderen Herstellern nicht immer der Fall.
Die fünfte Investition ist eine KAPP NILES KNG 3P ready, die für die flexible Fertigung kleiner Losgrößen konzipiert ist. Diese Maschine wurde anlässlich der Zusammenarbeit mit einem neuen Kunden angeschafft, der Antriebswellen für Heckantriebe eines Supersportwagens fertigt, deren Design den Einsatz von kleinen Schleifscheiben erforderte.
KAPP NILES als Systemlieferant
KAPP NILES hat sich in diesem hoch spezialisierten Markt als ein Lieferant von Schleifmaschinen, Messmaschinen, Werkzeugen und Verfahren positioniert. Crosta: „Wir können dem Kunden, der mit einem Werkstück zu uns kommt, das auf ihn zugeschnittene Bearbeitungsverfahren anbieten. Er erhält alles aus der Hand eines Systemanbieters und muss keine unterschiedlichen Lieferanten an Bord holen.“
Resca hat Erfahrungen mit Werkzeugen unterschiedlicher Hersteller gemacht und lobt die Qualität von KAPP NILES: „Die Qualität und die lange Lebensdauer der CBN-Schleifwerkzeuge ist hervorragend. Das gilt auch für die Abrichtwerkzeuge, welche für den Wälzschleifprozess benötigt werden.“
Um die Endqualität der Produkte zu kontrollieren und gegenüber seinen Kunden zu dokumentieren, hat sich Resca entschieden, sein Messlabor mit einer Verzahnungsmessmaschine von KAPP NILES zu erweitern. Auf der KNM 5X können Werkstücke mit einem Außendurchmesser von bis zu 650 mm und einer Gesamtlänge von bis zu 1.000 mm gemessen werden. Besonders die Maschinenkonzeption mit den Führungsbahnen und den Basisplatten aus temperatur- und langzeitstabilem Granit, sowie den Luftlagern in den Führungen und den Luftfederelementen, um Erschütterungen und Vibrationen sicher abzuschirmen, haben Resca überzeugt, auch im Bereich des Verzahnungsmessens auf KAPP NILES als Partner für die Zukunft zu setzen.
Flexibel bleiben, Entwicklungen vorantreiben
Die Philosophie von Resca, mit neuester Technik Qualität, Produktivität und Flexibilität zu steigern, sichert weiterhin die Marktposition des Familienunternehmens. Der Ukrainekrieg hat zu deutlichen Einbrüchen bei der Nachfrage von Getrieben für landwirtschaftliche Maschinen geführt. Andererseits konnten kürzlich zwei namhafte Sportwagenhersteller als Kunden gewonnen werden. Für Lotus und Ferrari fertigt Resca sehr spezielle Teile in kleineren Chargen, etwa Wellen für den Hinterachsantrieb. Durch den Branchenmix ist das Unternehmen gut aufgestellt. Dazu Resca: „In den letzten beiden Jahren hatten wir sehr gute Umsätze mit Wachstumsraten bis zu 30 %. Der Grund dafür ist, dass wir sehr viel Energie darauf verwenden, nicht nur zu produzieren, sondern auch zu entwickeln. Unser nächstes großes Thema sind kleine Wälzschnecken, um die Produktivität auch bei Teilen mit Störkonturen zu steigern, welche vorher im Profilschleifverfahren gefertigt werden mussten.“ Hierfür denkt Resca über die Anschaffung einer KNG 350 flex HS oder einer KX 260 TWIN HS nach. Beide Maschinentypen können dank einer Hochgeschwindigkeits-Schleifspindel (HS) mit bis zu 25.000 U/min auch störkonturbehaftete Verzahnungen mit Wälzschnecken ab einem Durchmesser von 55 mm hochproduktiv bearbeiten.
KAPP NILES begleitet die neuen Entwicklungen partnerschaftlich, auch mit der Erprobung von neuen Maschinenmodellen. Michele Resca ist mehr als zufrieden mit dieser über viele Jahre gewachsenen Partnerschaft.